KTL-Beschichtung – gleichmäßiger Korrosionsschutz für anspruchsvolle Industriebauteile
Kathodische Tauchlackierung auf unserer hochmodernen KTL-Beschichtungsanlage im Raum Heilbronn–Stuttgart. Unter anderem zugelassen für Automotive und Bahntechnik, ausgelegt für Serie und Einzelteil.
KTL im Überblick
3,503,50 × 1,301,30 × 1,801,80 m
max. Bauteilmaße (L×B×H)
ab 1010 µm
Schichtdicke
1.0001.000 h
Salzsprühnebeltest nach DIN EN ISO 9227
150150 °C
Temperaturbeständigkeit Dauerbelastung
Was ist kathodische Tauchlackierung?
Bei der KTL-Beschichtung wird das Bauteil komplett in ein wässriges Lackbad getaucht und durch ein elektrisches Feld gleichmäßig beschichtet. Anschließend wird die Beschichtung im Ofen bei ca. 180 °C eingebrannt.
Der Vorteil: Die Lackschicht erreicht auch Hohlräume, Hinterschneidungen und komplexe Geometrien – überall dort, wo Spritz- oder Pulververfahren an ihre Grenzen stoßen. Das Ergebnis ist ein gleichmäßiger, langlebiger Korrosionsschutz ab 10 µm Schichtdicke, temperaturbeständig bis ca. 150 °C Dauerbelastung.

Typische Anwendungen für KTL-Beschichtung
Materialien
Stahl, Aluminium-Legierungen, Gusseisen, Magnesium-Legierungen – alle elektrisch leitfähigen Metalle.
Komplexe Geometrien
Gehäuse, Rahmen, Strukturbauteile mit Hohlräumen und Hinterschneidungen
Serienteile
Wiederkehrende Aufträge mit gleichbleibender Qualität und Dokumentation
Bahntechnik
Zugelassene KTL-Beschichtung für Schienenfahrzeugkomponenten
Automotive
Korrosionsschutz nach Automobilstandards, EU-Altautoverordnung konform
Maschinen- und
Anlagenbau
Korrosionsschutz für Bauteile, die jahrelang im Einsatz bleiben
Unser Prozess
Kontinuierlicher Zwei-Schicht-Betrieb mit konstanten Qualitätskontrollen. Emissionsarm und vollständig RoHS-konform.
Schritt 1
Wareneingang und Prüfung
Bauteil wird erfasst, geprüft und dokumentiert
Schritt 2
14-stufige Vorbehandlung
Entfetten, Spülen, Beizen, Zinkphosphatierung, chromfreie Passivierung – VE-wasserbasiert und RoHS-konform
Schritt 3
KTL-Beschichtung
Tauchlackierung im elektrischen Feld, Einbrennen bei ca. 180 °C
Schritt 4
Qualitätskontrolle und Versand
Schichtdickenmessung, Haftprüfung, Dokumentation, Auslieferung
Lassen Sie uns über Ihr Bauteil sprechen
Ob Einzelteil oder Serie – wir beraten Sie zu Verfahren, Kapazität und Lieferzeit. Kompetent und persönlich.
Häufige Fragen (FAQ) zu KTL Beschichtung
Unsere Kunden stellen uns immer wieder ähnliche Fragen rund um das Thema KTL Beschichtung und KTL Lackieren. In diesem FAQ haben wir die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt – kompakt, verständlich und praxisnah.
Was bedeutet „KTL Beschichtung“ bzw. „KTL Lackieren“?
Die KTL-Beschichtung (kathodische Tauchlackierung) ist ein industrielles Verfahren zur gleichmäßigen Beschichtung von Metallteilen. Dabei wird das Werkstück in ein Lackbad getaucht und mithilfe von elektrischem Strom mit einer schützenden Lackschicht überzogen.
„KTL lackieren“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für diesen Prozess. Nach dem Beschichten wird der Lack eingebrannt, wodurch eine besonders korrosionsbeständige Oberfläche entsteht.
Für welche Werkstoffe eignet sich eine KTL-Beschichtung?
Eine KTL-Beschichtung eignet sich für alle elektrisch leitfähigen Metalle. Voraussetzung ist, dass das Material den Stromfluss im Lackbad ermöglicht.
Typische Werkstoffe sind:
- Stahl und Eisenwerkstoffe
- verzinkter Stahl (galvanisch oder feuerverzinkt)
- Aluminium und Aluminiumlegierungen
- Zinkdruckguss
- Kupfer und Messing
Edelstahl ist ebenfalls beschichtbar, erfordert jedoch meist eine spezielle Vorbehandlung für eine optimale Haftung. Nicht geeignet sind nichtleitende Materialien wie Kunststoff, Holz oder Glas.
Wie läuft der KTL-Prozess bzw. das KTL-Lackieren typischerweise ab?
In vereinfachten Schritten:
- Reinigung und Vorbehandlung des Metallteils (Entfettung, Spülung, Aktivierung)
- Eintauchen in das Lackbad mit elektrischer Ladung (Werkstück kathodisch)
- Abscheidung des Lacks und ggf. Spülung
- Einbrennen bei typischerweise ca. 150-230 °C, sodass die Lackschicht aushärtet und ihre Eigenschaften erhält.
Wie lange hält eine KTL-Beschichtung?
Eine KTL-Beschichtung hält je nach Einsatzbedingungen viele Jahre und bietet einen zuverlässigen Korrosionsschutz für Metallteile im Innen- und Außenbereich.
In standardisierten Salzsprühnebeltests (DIN EN ISO 9227) erreichen hochwertige KTL-Schichten bis zu 1.000 Stunden Korrosionsbeständigkeit. In der Praxis bleibt der Schutz dauerhaft erhalten, solange die Beschichtung nicht mechanisch beschädigt wird.
Durch eine zusätzliche Pulverbeschichtung kann die Lebensdauer weiter erhöht werden.
Kann beim KTL-Beschichten eine Stelle gezielt frei von Lack bleiben?
Ja, beim KTL-Beschichten können bestimmte Bereiche gezielt lackfrei gehalten werden. Dafür werden Gewinde, Bohrungen oder Kontaktflächen vor dem Beschichten mit speziellen Maskierungen oder Abdeckungen geschützt.
Alternativ lassen sich nachträglich durch Laserbearbeitung gezielt lackfreie, elektrisch leitfähige Stellen erzeugen.
Wann lohnt sich eine KTL-Beschichtung?
Eine KTL-Beschichtung lohnt sich besonders bei Metallbauteilen mit hohen Anforderungen an Korrosionsschutz und gleichmäßige Beschichtung.
Typische Anwendungsfälle sind:
- Bauteile mit komplexer Geometrie oder Hohlräumen
- Serien- und Großserienteile mit hoher Stückzahl
- Komponenten im Fahrzeugbau oder Außenbereich
- Teile mit hohen Anforderungen an Lebensdauer und Schutz
Auch für kleinere Stückzahlen kann das Verfahren sinnvoll sein, abhängig von Bauteil und Aufwand
Ist eine KTL-Beschichtung nur in Schwarz erhältlich?
Nein, KTL-Beschichtungen sind nicht ausschließlich in Schwarz erhältlich, jedoch ist Schwarz der Standard in vielen Anwendungen.
Andere Farbtöne sind technisch möglich, werden in der Praxis aber selten eingesetzt. Häufig dient die KTL-Beschichtung als Grundierung und wird anschließend mit einer Pulverbeschichtung oder Nasslackierung in der gewünschten Farbe überlackiert.
Welche Anforderungen gelten an die Bauteilgeometrie beim KTL-Lackieren?
Beim KTL-Lackieren muss die Bauteilgeometrie so gestaltet sein, dass das Lackbad alle Bereiche gleichmäßig erreichen kann. Wichtig ist, dass keine Luft eingeschlossen wird und der Lack ungehindert abfließen kann.
Besonders zu beachten sind:
- Hohlräume und enge Zwischenräume
- Kanten und Überlappungen
- sogenannte Schöpfstellen, an denen sich Flüssigkeit sammeln kann
- geeignete Aufhängepunkte für den Beschichtungsprozess
Eine angepasste Konstruktion sorgt für eine gleichmäßige Beschichtung und vermeidet Fehlstellen.